Samstag, 8. Mai 2010

Gibt es noch Hoffnung für den Plettenberg?


Der Plettenberg bei Dotternhausen auf der Zollernalb mit einer Höhe von 1.002 m ü NN gehört zu den markantesten und größten Einzelbergen der Schwäbischen Alb. 

Der Berg ist der Albhochfläche vorgelagert und somit ein Zeugenberg, der von früheren Zeiten kündet, als die Schwäbische Alb noch viel weiter nach Nordwesten reichte. Der Gipfel des Plettenberg ist viel mehr als nur eine schmale Erhebung. Auf dem Plettenberg hat sich noch ein beachtliches Stück der ehemaligen Albhochfläche erhalten mit mehreren räumlich getrennten einzelnen Hochpunkten.

Schon lange stellt sich allerdings die Frage, wann es den Plettenberg in der jetzigen Form nicht mehr geben wird. Denn seit dem Jahr 1908, nur unterbrochen von 1926 bis 1939, wird der Gipfel des Plettenberg zur Kalksteingewinnung abgebaut. Der abgebaute Kalk wird mit einer Materialseilbahn ins Tal zum Zementwerk nach Dotternhausen transportiert.


Der Steinbruch auf dem Gipfel des Plettenbergs ist bisher nur aus Richtung Osten, zum Beispiel vom benachbarten Schafberg aus zu sehen. Auf den anderen Seiten zeigt sich der Berg bisher noch unberührt. Klar ist, dass der Abbau der gesamten Gipfelfläche ein riesiger Verlust für die Natur und das Landschaftsbild der Schwäbischen Alb bedeuten würde.

Im Jahr 1984 gab es zum ersten Mal eine bescheidene Hoffnung, dass der vollständige Abbau des Plettenbergs doch nicht kommen würde. In diesem Jahr wurde im Südwesten des Berges ein Steilhang unter Naturschutz gestellt. Bestandteil des 37,5 Hektar großen Naturschutzgebiets ist auch der an den Steilhang angrenzende Streifen auf der Hochfläche des Plettenbergs.


Nach der Ausweisung des Naturschutzgebiets Plettenkeller war klar, dass wenigstens die Südwest- und Südseite des Plettenbergs auf Dauer unverändert erhalten bleiben wird.
Anfang des Jahres 2010 gab es weitere gute Nachrichten für den Plettenberg. Im Februar 2010 hat das Land Baden-Württemberg per Sammelverordnung die EU-Vogelschutzgebiete des europäischen Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000 für das Bundesland ausgewiesen. Der Plettenberg befindet sich im Bereich des Vogelschutzgebiets Südwestalb und Oberes Donautal. Und dieses Vogelschutzgebiet umfasst nicht nur die Berghänge auf allen Seiten des Plettenbergs, sondern auch wesentliche Teile der noch erhaltenen Hochfläche. Dazu gehört insbesondere der Gipfelpunkt im Nordosten des Berges mit einer Höhe von 968 Metern, auf dem sich der Fernsehturm befindet. Aber zum Vogelschutzgebiet gehört auch ein wesentlicher Teil der Hochfläche südlich des Steinbruchs. Somit kann sich der Steinbruch in den kommenden Jahren zwar noch etwas nach Süden ausdehnen, wesentliche weitere landschaftsprägende Eingriffe sind jedoch nicht mehr möglich.

Der Steinbruch auf dem Plettenberg hat bereits eine riesige Wunde in die Gipfelfläche des Berges gerissen.    
Der Steilhang im Südwesten des Plettenbergs wird Plettenkeller genannt und stammt von einem großen Bergsturz im Jahr 1851. Das Gebiet steht einschließlich der angrenzenden Hochfläche unter Naturschutz und beherbergt seltene Biotope.
Im Naturschutzgebiet Plettenkeller gibt es Tiefblicke, die für die Schwäbische Alb eher selten sind.

Auch der Teil des Naturschutzgebiets Plettenkeller, der sich auf der Hochfläche befindet, beinhaltet sehenswerte und wertvolle Biotope.
Zauberhafte Hochflächenlandschaft im südlichen Teil des Plettenbergs: die Aussichten stehen gut, dass uns diese Landschaft auf Dauer erhalten bleiben wird.

1 Kommentar:

  1. Wäre zu wünschen, dass solche landschaftlichen Höhepunkte von den Windkraftanlagen verschont bleiben.

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