Donnerstag, 10. Juni 2010

160 Jahre Geislinger Steige


Am 29. Juni 1850 wurde der Zugbetrieb auf der Geislinger Steige zwischen Geislingen an der Steige und Amstetten aufgenommen. 

Die Geislinger Steige befindet sich im Verlauf der Hauptbahn Stuttgart-Ulm und überwindet die Barriere der Schwäbischen Alb ohne Tunnel. Zwischen den Bahnhöfen Geislingen / Steige und Amstetten wird auf einer Länge von 5,7 Kilometern ein Höhenunterschied von 113 Metern bewältigt. Die Steigung der Strecke ist 22,5 Promille.

Die Schwäbische Alb als leicht gekippte Mittelgebirgstafel bereitet dem Eisenbahnbau größere Probleme als manches Hochgebirge. Denn von Nordwesten her steigt das Gelände am Albtrauf steil an, um sich später nur sehr langsam in Richtung Donau wieder abzusenken. Dies lässt für den Eisenbahnbau nur die Wahl zwischen einer Steigungsstrecke und einem sehr langen Tunnel. Zum Zeitpunkt des Baus der Geislinger Steige war man noch nicht in der Lage, die Variante eines Tunnels von ca. 20 Kilometern Länge umzusetzen.  

Die kleinen Radien im Verlauf der Geislinger Steige von bis zu 278 Metern erlauben selbst für den ICE nur eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h. Dies ist im ICE-Netz Deutschlands die kleinste planmäßig gefahrene Streckengeschwindigkeit.

Die Geislinger Steige und die dort verkehrenden Züge kann man von verschiedenen Aussichtspunkten aus beobachten. Nachfolgend wird eine kleine Wanderung von Amstetten aus zu zwei Aussichtspunkten vorgestellt.

Startet man die ca. 2,2 Kilometer einfache Strecke lange Wanderung zu den Aussichtspunkten auf die Geislinger Steige beim Bahnhof von Amstetten (Regionalzüge Stuttgart-Ulm halten dort jede Stunde), lässt einen die Wanderwegbeschilderung des Schwäbischen Albvereins erst einmal im Regen stehen. Man stellt es leider immer wieder fest: Zwischen der Wanderwegbeschilderung in der Schweiz sowie im Schwarzwald und der Wanderwegbeschilderung auf der Schwäbischen Alb liegen nach wie vor Welten.  

Es gilt, den mit dem Zeichen gelbes Dreieck markierten Wanderweg in Richtung Geislingen zu erreichen. Hierzu geht man vom Bahnhofsgebäude Amstetten in Richtung der B10 und unterquert diese Straße mit einer Fußgängerunterführung. Dahinter folgt man kurze Zeit der B10 (Hauptstraße) nach Norden und biegt dann halbrechts in die Römerstraße ab, eine ruhige Anliegerstraße. Die Römerstraße führt zum Ortsende und mündet in die Straße Amstetten - Schalkstetten. Man überquert die Straße und geht dahinter in derselben Richtung weiter zum Steighof. Gleich hinter dem Steighof kommt man der Geislinger Steige bis auf wenige Meter nahe. 

Blick auf den obersten Teil der Geislinger Steige beim Steighof
Ein Intercityzug von Ulm nach Stuttgart fährt im oberen Teil der Geislinger Steige talwärts.
Vom Steighof folgt man der Wanderwegbeschilderung in Richtung Geislingen. Hinter dem Beobachtungspunkt nördlich des Steighofs steigt der Wanderweg etwas bergan und führt in den Wald. Ca. 0,5 Kilometer hinter dem Steighof erreicht man den zweiten Aussichtspunkt auf die Geislinger Steige, den Mühltalfels.

Blick vom Mühltalfels die Geislinger Steige abwärts
 Ein ICE von Ulm nach Stuttgart fährt die Geislinger Steige hinab.
Ein Regionalexpress von Stuttgart nach Ulm fährt auf der Geislinger Steige bergwärts.

Hat man genug gesehen, geht man auf demselben Weg nach Amstetten zurück.

Hier gibt es eine Übersicht über die Eisenbahnstrecken der Schwäbischen Alb. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit der Eisenbahn auf der Schwäbischen Alb befassen, verlinkt. 

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