Freitag, 23. Juli 2010

Urspring - Quelltopf bei Schelklingen


Direkt beim ehemaligen Kloster (Kirche 1622 - 1627) und heutigen Gebäudekomplex der Urspringschule (evangelisches Landerziehungsheim mit reformpädagogischem Ansatz) befindet sich der Urspring-Quelltopf

Quelltöpfe (Quellen, bei denen das Wasser aus tieferen Schichten unter Druck nach oben quillt)  findet man vor allem auf der Südseite der Schwäbischen Alb. Das hat etwas mit der Neigung der Gesteinsschichten der Schwäbischen Alb nach Südosten zu tun.

Der Urspring-Quelltopf befindet sich in einer ehemaligen Flussschlinge der Donau. Heute fließt die Donau ca. 12 Kilometer weiter südlich bei Ehingen (Donau). Als die Donau noch durch das Tal bei Urspring floss, war die Talsohle tiefergelegen als heute. Damals war die Urspringquelle noch kein Quelltopf, sondern ein herkömmlicher Wasseraustritt am Fuß eines Felsens. Nachdem die Donau das Tal bei Urspring verlassen hat, füllte sich der Talboden im Laufe der Zeit immer weiter mit vorriss- und risseiszeitlichen Schottern auf. Dies führte dazu, dass die Quelle der Urspring verschüttet wurde und sich das Wasser nun einen neuen Weg nach oben suchen musste. Wegen des bestehenden Wasserdrucks gelang dies problemlos, so dass sich heute die von der Albhochfläche bis hinauf auf den ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen kommenden und unter Druck stehenden Wasser durch das risseiszeitliche Geröll ihren Weg nach oben bahnen. 

Der Urspring-Quelltopf ist 4,8 Meter tief. Der Quelltopf ist jedoch heute künstlich etwas angestaut. Die durchschnittliche Schüttung der Urspring-Quelle ist 500 Liter / Sekunde bei Extremwerten von 100 bis 2.500 Liter / Sekunde. Die im Urspring-Quelltopf beginnende Urspring ist einer der kürzesten Flüsse der Schwäbischen Alb. Nach nur 500 Metern mündet sie in die Ach, die ebenfalls in einem Quelltopf entspringt. Der Ach-Quelltopf ist später mal in diesem Blog an der Reihe.

Man kann mit dem Auto bis zu einem öffentlichen Parkplatz vor den Gebäuden des ehemaligen Urspring-Klosters fahren. Von dort sind es 250 Meter bis zum Quelltopf. Von Schelklingen (Bundesstraße B 492) folgt man zunächst der Landesstraße L 240 Richtung Justingen. Unmittelbar am Ortsende von Schelklingen biegt man nach links ab auf die Urspringstraße, die zur Urspringschule führt. Vom Bahnhof Schelklingen (Strecke Ulm - Sigmaringen) ist man 2 Kilometer zu Fuß bis zum Quelltopf unterwegs. Urspring liegt auch am Schwäbische Alb - Südrand - Weg (HW2) des Schwäbischen Albvereins.

Die Blaubeurer Alb mit dem Blautopf gehört zu den Top-Regionen der Schwäbischen Alb. Hier gibt es eine Übersicht über diese Region. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit der Blaubeurer Alb befassen, verlinkt.

Die Blaubeurer Alb mit dem Blautopf ist ein Nationaler Geotop Deutschlands. Hier gibt es eine Übersicht über die Nationalen Geotope der Schwäbischen Alb. Von dort sind die Artikel in diesem Blog verlinkt, die sich mit einzelnen dieser Geotope befassen.  

Der Urspring-Quelltopf befindet sich zwischen den Gebäuden des ehemaligen Klosters und einem ehemaligen Prallhang der Donau.  

Je nach den Lichtverhältnissen leuchtet das Wasser im Urspring-Quelltopf in den schönsten Grün- und Blautönen.
Man kann den stimmungsvollen und im Sommer angenehm beschatteten Urspring-Quelltopf auf Kieswegen umrunden.

Durch das glasklare Wasser im Urspring-Quelltopf kann man mehrere Meter bis zum Grund sehen.

Üppige Vegetation befindet sich über und unter Wasser.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen