Sonntag, 5. September 2010

Fürstliche Anlagen Inzigkofen (Teil 1)


Die fürstlichen Anlagen Inzigkofen im Oberen Donautal bei Sigamringen gehören zu den großartigsten Landschaftsparks in Baden-Württemberg. Es ist jedoch nicht eine zahme Natur, die hier zur Schau gestellt wird. Steile Abhänge, Felsen und die ungezähmte Donau bilden das Kernstück dieses Parks.

Die fürstlichen Anlagen Inzigkofen befinden sich ca. 3 Kilometer westsüdwestlich von Sigmaringen. Der größte Teil des Landschaftsparks befindet sich südlich der Donau, ein kleiner Teil ist nördlich der Donau. Zwischen beiden Teilen bestand früher eine Verbindung mit einer Brücke über die Donau. Diese Brücke ist jedoch schon lange zerstört, so dass man heute nicht mehr direkt von einem Teil zum anderen kommen kann. 

Fast alle Sehenswürdigkeiten des ca. 25 Hektar großen Parkgeländes liegen im Teil südlich der Donau. Und um diesen Teil soll es hier in diesem sowie im folgenden Post gehen. Die fürstlichen Anlagen Inzigkofen wurden von 1811 - 1846 auf Betreiben der Fürstin Amalie Zephyrine von Hohenzollern angelegt. Zuvor war im Jahr 1802 das ehemalige Augustinerinnenkloster Inzighofen, das unmittelbar südlich an den Landschaftspark grenzt, in den Besitz des Fürstenhauses Hohenzollern-Sigmaringen gekommen. Die fürstliche Familie bezog im Amtshaus des Klosters ihren Sommersitz. Oft wurden im angrenzenden Landschaftspark Feste gefeiert, am 24. August 1851 war sogar der preußische König Friedrich Wilhelm IV. mit zahlreichem Gefolge zu Besuch im Landschaftspark.

Es gibt mehrere Ausgangspunkte für einen Spaziergang durch die fürstlichen Anlagen Inzigkofen. Parkmöglichkeiten gibt es beim ehemaligen Kloster nördlich von Inzigkofen, das direkt an die Anlagen grenzt. Man kann auch an der Donautalstraße, der L277 parken. Ein Parkplatz befindet sich unmittelbar östlich des Bahnhofs Inzigkofen. Die Weitwanderwege Donau-Zollernalbweg und Schwäbische Alb - Südrandweg führen teilweise durch das Gebiet hindurch.

In den Anlagen gibt es mehrere Wegvarianten. Es ist eine Beschilderung vorhanden, auch Informationstafeln finden sich vor Ort. Die Wege sind teilweise steil, ein wenig Kondition ist erforderlich.

Im folgenden Post in diesem Blog geht es um den westlichen Teil der fürstlichen Anlagen. Wenn man dort vom Felsvorsprung "Känzele" in Richtung Donau hinabsteigt, kann man kaum glauben, was man dort zu Gesicht bekommt......

Das Obere Donautal gehört zu den Nationalen Geotopen Deutschlands. Hier gibt es eine Übersicht über die Nationalen Geotope der Schwäbischen Alb. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit einzelnen dieser Nationalen Geotope befassen, verlinkt.

Das Obere Donautal zwischen Tuttlingen und Sigmaringen gehört zu den Top-Regionen der Schwäbischen Alb. Hier gibt es eine Übersicht über das Obere Donautal. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit dieser Region befassen, verlinkt.       

Der Amalienfelsen erhebt sich 28,6 Meter unmittelbar über der Donau. Mit großen eisernen Buchstaben steht auf dem Felsen: Andenken an Amalie Zephyrine 1841. Es gibt eine Sage, wonach sich Amalie Zephyrine von diesem Felsen aus Liebeskummer in die Donau gestürzt habe. Die Sage hat jedoch keinen historischen Hintergrund, denn Amalie Zephyrine starb im Alter von 81 Jahren im Schlössle am heutigen Leopoldplatz in Sigmaringen.
Blick vom Kopf des Amalienfelsens auf die Donau. Hier führte früher eine Brücke über die Donau zum nördlichen Teil der fürstlichen Anlagen Inzigkofen. 
Ein Wegenetz durchzieht die fürstlichen Anlagen Inzigkofen. Teilweise geht es über Brücken, Treppen und an steilen Abhängen entlang.
Die 21,5 Meter lange Teufelsbrücke überquert die Höll genannte 19,5 Meter tiefe Schlucht. Die im Jahr 1843 erbaute Holzbrücke wurde im Jahr 1895 durch eine Betonkonstruktion ersetzt. Durch die Schlucht führte früher eine inzwischen verfallene Steiganlage, die sogenannte Himmelsleiter. Der Name der Teufelsbrücke leitet sich vom Schweizer Vorbild in der Schöllenenschlucht auf der Nordseite des Gotthardpasses ab. 
Gleich hinter der Teufelsbrücke führt der Weg durch einen Felstunnel.
An dieser Stelle gab es früher eine Fährverbindung über die Donau.

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