Mittwoch, 26. Januar 2011

Der Wielandstein bei Lenningen


Die Mehrzahl der sichtbaren Felsen der Schwäbischen Alb befindet sich direkt am Albtrauf und liegt nur zu einer Seite hin frei. Der Hauptfelsen der Wielandsteine macht hier eine Ausnahme. Dieser Fels befindet sich auf einem Grat, der vom Albtrauf nach Westen gegen das Lenninger Tal hin abzweigt. Und so liegt der Hauptfelsen der Wielandsteine, einer diesen Grat krönende Felsgruppe, auch zum Albtrauf hin frei.

Der Hauptfelsen der Wielandsteine ist also ein richtiger kleiner Berg. Sogar ein Gipfelkreuz steht auf dem höchsten Punkt. Die Wielandsteine bestehen aus Kalk der Formation Weißjura delta (Untere Felsenkalk-Formation). Sie sind als Geotop ausgewiesen und befinden sich innerhalb des Naturschutzgebiets "Tobeltal mit Mittagsfels und Wielandstein".

In diesem Post geht es um den Wielandstein als Felsen. Bekannt sind die Wielandsteine jedoch auch als Standorte einer für die Schwäbischen Alb einmaligen Burgenkette. Nicht weniger als vier Burgen reihten sich hintereinander entlang des Grats der Wielandsteine auf. Heute sind nur noch spärliche Reste zu finden. Die Burgen sollen später einmal Thema in diesem Blog sein.

Auch als Kletterfelsen sind die Wielandsteine bekannt. Gerade der freistehende Hauptfels mit dem Gipfelkreuz übt einen besonderen Reiz aus. Im Vergleich der vielen kletterbaren Felsen der Schwäbischen Alb weisen die Wielandsteine noch eine Besonderheit auf. Es gibt vor allem am Hauptfels auch einige Routen im zweiten und dritten Schwierigkeitsgrad, Routen also, die auch von Kletteranfängern am Seil gesichert bewältigt werden können. Erst vor drei Jahren wurden viele Routen an den Wielandsteinen saniert und mit stabilen Sicherungshaken ausgetattet.

Den Wielandstein kann man von der Albhochfläche her oder vom Lenninger Tal aus erreichen. Ist man mit dem Auto unterwegs, kann man auf die Albhochfläche fahren. Über die K 1250 erreicht man von Bissingen an der Teck aus die Albhochfläche bei Ochsenwang. Unmittelbar an der Traufkante biegt man nach rechts auf ein Sträßchen ab, das zur Diepoldsburg und zum Engelhof führt. Diesem Sträßchen folgt man über die Diepoldsburg (Hof) bis zum Engelhof. Dort befindet sich ein Parkplatz und das Ende der für den öffentlichen Verkehr zugelassenen Straße. 
Vom Parkplatz folgt man der Wanderwegbeschilderung des Schwäbischen Albvereins in 2,6 Kilometern immer in der Nähe des Albtraufs zu den Wielandsteinen.

Mit dem Zug fährt man bis zur Endstation der Teckbahn in Oberlenningen. Vom Bahnhof aus geht man hinter dem Prellbock nach links und gleich wieder nach rechts. Man folgt einem Feldweg, linker Hand sind Streuobstwiesen. Man quert die Straße Hohe Steige und folgt geradeaus dem Heerweg. Dann biegt man halblinks in den Wielandsteinweg ab, der steil aus dem Ort hinaus und zum Waldrand führt. Die Wanderwegbezeichnung des Schwäbischen Albvereins leitet durch den Wald hinauf zu den Wielandsteinen. Die Entfernung ab Oberlenningen Bahnhof ist ca. 2 Kilometer.

Das Lenninger Tal mit der Burg Teck gehört zu den Top-Regionen der Schwäbischen Alb. Hier gibt es eine Übersicht über das Lenninger Tal mit der Burg Teck. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit diesem Gebiet befassen, verlinkt.            

Aktualisierung:
In der Nacht vom 13. auf den 14. 01.2015 stürzte ein Teil des Hauptfelsens der Wielandsteine mitsamt dem Gipfelkreuz in das Tobeltal ab. In den Tagen nach dem 14.05.2015 wurde der Bereich um den Wielandstein gesperrt. Das Aussehen des Felsens hat sich nun verändert. 

Der Hauptfelsen der Wielandsteine, gesehen vom Albtrauf aus, unten im Tal befindet sich Oberlenningen.
Die Traufseite des Hauptfelsens der Wielandsteine weist schwere Kletterrouten auf.
Burgreste der Burg Hinterer Wielandstein grenzen an die Felsnadel, die sich direkt neben dem Hauptfels befindet.
Hier sieht man den Normalweg auf den Wielandstein, zweiter Schwierigkeitsgrad. Der Weg führt von Westen auf den Gipfel. 
Durch das rekonstruierte gotische Portal im Hauptbau der Burgruine Hinterer Wielandstein gelangt man zum Ausgangspunkt der leichteren Kletterrouten.
Blick ins Tobeltal mit seiner Felsumrahmung: unten in der Bildmitte hebt sich der Schatten des Wielandsteins ab, den eine tiefstehende Wintersonne zeichnet.

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