Dienstag, 17. Juli 2012

Burgstelle Seeburg im Ermstal bei Bad Urach-Seeburg


Nach der ehemaligen Seeburg ist der Bad Uracher Stadtteil Seeburg benannt. Der Ort und die ehemalige Burg befinden sich im obersten Ermstal gleich in der Nähe der Ermsquelle.

Bei Seeburg kommen vier Täler der Schwäbischen Alb zusammen. Das gibt dem Ortsteil Seeburg eine wunderschöne Lage. Gleichzeitig konnte sich Seeburg dadurch nicht besonders ausbreiten. Industrieansiedlungen waren nicht möglich. Damit hat Seeburg heute noch einen dörflichen Charakter.

Von der ehemaligen Seeburg ist heute außer einigen Auffälligkeiten im Gelände fast nichts mehr zu sehen. Die Burg hatte Maße von 120 mal 30 Metern und war damit eine der größeren Burganlagen der Schwäbischen Alb. Die Burganlage bestand aus zwei Teilen, der Kernburg und der Vorburg. Die Kernburg war um den heute noch vorhandenen markanten Burgfelsen im Süden des Geländes angeordnet. Die Vorburg befand sich im Norden des Geländes, dort, wo heute das Ehrenmal steht.


Die Seeburg wurde im 12. Jahrhundert gegründet. Mitte des 16. Jahrhunderts zerfiel die Burg bereits wieder. Der namengebende See, ehemals einer der großen Seen der Schwäbischen Alb, ist heute auch nicht mehr vorhanden. Unmittelbar östlich von Seeburg staute einst eine Kalktuffbarriere das Wasser und bildete den sogenannten Bodenlosen See. Das Landschaftsbild muss man sich in etwa so vorstellen, wie das heute noch von den Plitvicer Seen in Kroatien bekannt ist. Der württembergische Landbaumeister Heinrich Schickardt hat von 1617 bis 1620 einen 400 Meter langen Stollen unter der Kalktuffbarriere gegraben, mit dem der See sporadisch zum Abfischen abgelassen werden konnte. Seit dem Jahr 1821 bleibt das Seebecken dauerhaft leer. Inzwischen befinden sich Häuser von Seeburg im Becken.

Wie kommt man hin?
Auf der B 465 fährt man von Bad Urach nach Seeburg. (Achtung: bis Oktober 2012 ist die B465 zwischen Bad Urach und Seeburg wegen Ausbauarbeiten gesperrt, eine Umleitung ist ausgeschildert). In Seeburg biegt man von der B 465 auf die Gruorner Straße nach Osten ab. Nur 140 Meter nach dem Abbiegen sieht man auf der linken Straßenseite einen Wanderparkplatz. Dies ist der Wanderparkplatz P40 des Bad Uracher Parkplatzsystems.

Vom Parkplatz überquert man die Gruoner Straße nach Süden und folgt einem Fußweg, der hinter dem angrenzenden Haus auf den Hügel der Seeburg hinaufführt. Die Fußwegentfernung bis zum Ehrenmal ist ca. 250 Meter. Auf dem Hügel gibt es eine Sitzbank. Zudem kann man einen kleinen Rundweg um den Burgfelsen herum machen. Die Aussicht vom Burghügel auf den Ort Seeburg und die Talumrahmung ist idyllisch.    

Das Ermstal mit Bad Urach ist eine der Top-Regionen der Schwäbischen Alb. Hier gibt es eine Übersicht über das Ermstal mit Bad Urach. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit dieser Region befassen, verlinkt.
Blick aus Richtung Norden auf den Hügel mit der Burgstelle Seeburg. Auf dem Hügel sieht man das im Jahr 1920 eröffnete Ehrenmal. Auf der im Bild linken (östlichen) Seite wird der Hügel vom Mühltal begrenzt. In diesem Tal entspringt die Erms. Auf der rechten (westlichen) Seite wird der Hügel vom Seetal begrenzt. Durch dieses Tal verläuft heute die B 465 von Bad Urach nach Münsingen.
Auf dem Hügel der Burgstelle Seeburg befindet sich seit dem Jahr 1920 ein Ehrenmal. Die ehemalige Seeburg war bereits Mitte des 16. Jahrhunderts im Verfall begriffen.
Blick über den Hügel der Burgstelle Seeburg hinweg auf die Massenkalkfelsen beim Bad Uracher Stadtteil Seeburg
Die Kernburg der Seeburg befand sich unmittelbar am markanten Burgfelsen im Südteil des Geländes.
Bis vor wenigen Jahren konnte man den auf allen Seiten mit steilen Wänden abfallenden Burgfelsen auf der Ostseite über Eisenklammern in der Art eines Klettersteigs besteigen. Im Herbst 2011 waren diese Eisenklammern nicht mehr vorhanden. Somit muss man den Burgfelsen heute als unersteigbar bezeichnen.
   

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