Freitag, 2. August 2013

Schleifenbachwasserfälle bei Blumberg

Die Schleifenbachwasserfälle befinden sich im äußersten Südwesten der Schwäbischen Alb unweit der Grenze zur Schweiz. 

Für Bewohner des Großraums Stuttgart ist diese Ecke der Schwäbischen Alb fast schon exotisch und kaum bekannt.  Das ging uns hier in diesem Blog bisher genauso. Heute gibt es nun den ersten Post in diesem Blog aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis. Dieser Kreis umfasst - anders als es der Name vermuten lässt - nicht nur Gebiete des Schwarzwalds, sondern auch der Schwäbischen Alb. 

Aber es bleibt festzuhalten: Ein Besuch des südwestlichsten Teils der Schwäbischen Alb lohnt sich. Geologisch gehört die Umgebung von Blumberg sogar zu den interessantesten Gebieten der Schwäbischen Alb.

Unmittelbar westlich von Blumberg überwindet der Schleifenbach den beträchtlichen Höhenunterschied hinab ins Wutachtal. Hierbei bildet er drei hintereinanderliegende Wasserfälle aus. Ihre gesamte Fallhöhe beträgt 30 Meter, der höchste der drei Fälle ist 9 Meter hoch. Der Schluchtensteig, ein Weitwanderweg im Südschwarzwald, führt durch an den Schleifenbachwasserfällen vorbei.


Diesen Abhang, den der Schleifenbach jetzt hinabstürzt, gibt es erst seit dem Ende der letzten Eiszeit, also vor 10.000 bis 20.000 Jahren. Erst seit diesem Zeitpunkt hat die von Süden, vom Hochrhein her sich langsam in das Gelände eingrabende Wutach die früher noch dort von Westen nach Osten fließende Feldberg-Donau angezapft und nach Süden umgelenkt. Seit dieser Zeit hat sich die Wutach im ehemaligen Bachbett der Feldberg-Donau um über 100 Höhenmeter eingetieft und die berühmte Wutachschlucht geschaffen. Der Schleifenbach fließt jetzt in der Gegenrichtung zur Fließrichtung der ehemaligen Feldberg-Donau, nämlich von Osten nach Westen. Auf seinem kurzen Lauf bis zur Mündung in die Wutach schneidet er Gesteinsschichten des Braunen und Schwarzen Jura an.

Aus geologischer Sicht ist diese Landschaft noch ganz jung. Alles ist in Bewegung. Es gibt ständig Rutschungen. Der Bach tieft sich immer weiter ein. Eines Tages wird er auch die Ortslage von Blumberg anzapfen. Bis dahin werden die Eigenheimbesitzer ihre Kredite aber wohl längst abbezahlt haben.

Wie kommt man hin?
Die B27 kommt zwischen Donaueschingen und der Grenze zur Schweiz am Ortsteil Zollhaus von Blumberg vorbei. Hier biegt man bei der Kreisverkehrsanlage in Richtung Westen ab und fährt nach Blumberg hinein. Im Zentrum gibt es Parkmöglichkeiten am Straßenrand. Der sogenannte Ringzug, ein Nahverkehrsangebot zwischen Rottweil, Tuttlingen und Donaueschingen, fährt bis zum Bahnhof Zollhaus-Blumberg (Fahrplan vorher konsultieren).

Im Gebiet unterwegs
Von der Kreuzung Hauptstraße / Friedhofstraße folgt man der Beschilderung und Markierung des Schluchtensteigs in Richtung Wutachschlucht. Am oberen Ende der Schleifenbachwasserfälle befindet sich eine große Informationstafel. Der Pfad steigt steil hinab und kommt schließlich in die Schlucht. Der Schleifenbach wird auf einer Brücke gequert, eine Leiter führt auf der anderen Seite der Schlucht hinauf. Der Schluchtensteig steigt dann weiter ab bis zum Dorf Achdorf, das an der berühmten Umlenkungsstelle der Wutach liegt.

Man kann nun auf demselben Weg zurückgehen. Mit einer Wanderkarte kann man auch interessante Rundwanderwege unternehmen. In diesem Gebiet treffen verschiedene Weitwanderwege zusammen, z.B. der Ostweg oder der Querweg Freiburg-Bodensee. Die Wegstrecke von Blumberg bis Achdorf ist ca. 3 Kilometer lang.     

Informationstafel am oberen Ende der Schleifenbachschlucht
Die Hänge des Braunen Jura in der Schleifenbachschlucht neigen zu Rutschungen.
Eine härtere Felsschicht bildet die Kante dieses Wasserfalls in der Schleifenbachschlucht.
Brücke und Leiter im Verlauf des Schluchtensteigs in der Schleifenbachschlucht
Wunderbar sind die Schichten des Braunen Jura bei den Schleifenbachwasserfällen aufgeschlossen.
Einer von drei Wasserfällen in der Schleifenbachschlucht
Das Dorf Achdorf befindet sich in der Wutachschlucht bei der Mündung des Schleifenbachs in die Wutach. Während der letzten Eiszeit lag der Talboden hier noch über 100 Meter höher und die Feldberg-Donau floss von West nach Ost.
   

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