Freitag, 20. Februar 2015

Aussichtspunkt Hohgreutfels bei Lenningen

Die Wielandsteine bei Lenningen-Oberlenningen sind weitbekannt. Kaum bekannt ist dagegen der Hohgreutfels ganz in der Nähe der Wielandsteine. 

Dabei liegt dieser Aussichtspunkt am Albtrauf auf einer Höhe von 739 m ü NN und damit ca. 60 Höhenmeter oberhalb der Wielandsteine. Zudem ist die Aussicht vom Kopf des Hohgreutfelsens ungleich umfassender als die Aussicht vom Fuß der Wielandsteine.

Gerade jetzt nach dem Felssturz bei den Wielandsteinen, der die Zugänglichkeit der Wielandsteine einschränkt (siehe hierzu den Post vom 15.02.2015 in diesem Blog) bietet sich der Hohgreutfels als Ersatzziel an.  


Der Hohgreutfels ist als Geotop ausgewiesen. Der Fels besteht aus Weißjura-Delta-Gestein. Der Hohgreutfels ist ein paar Meter aus der Kante des Albtraufs herausgewittert. Der Fels stellt somit ein kleines Gipfelchen dar. Auf der Talseite des Hohgreutfelsens befinden sich weitere Felsen. Das ganze Gelände neben und unter dem Hohgreutfelsen darf man jedoch nicht betreten. Darauf weist eine Tafel vor Ort hin.

Unterhalb des Hohgreutfelsens befindet sich das Hohgreutfelstor, eines der wenigen Felstore der Schwäbischen Alb. Das Tor hat gemäß den Angaben des Landesamts für Geologie eine Breite von 2,3 Metern und eine Höhe von 4,3 Metern. Südlich des Hohgreutfelsens befindet sich die 15 Meter lange Fensterhöhle. Ob man das Felstor von irgendeinem Standort, den man legal erreichen kann, sieht, ist mir nicht bekannt. Ebenso wenig ist mir bekannt, ob man zu dem Felstor gelangen kann.

Der Hohgreutfels ist auch als Naturdenkmal ausgewiesen ("Felspartie Hohes Greut"). Das Naturdenkmal hat eine Fläche von 4,9 Hektar und wurde 1983, 1995 und 2005 ausgewiesen.

Wie kommt man hin?
Der Zugang zum Hohgreutfels ist über den größten Teil der Strecke derselbe wie für die Wielandsteine. Ein Parkplatz für das Auto ist zum Beispiel am Ende des für den öffentlichen Kfz-Verkehr zugelassenen Teils des Sträßchens zum Engelhof. Dieses Sträßchen zweigt von der K 1250 Bissingen - Ochsenwang dort ab, wo diese Straße die Albhochfläche erreicht.

Vom Engelhof folgt man der Beschilderung "Wielandsteine". An der Stelle, wo man von der Albhochfläche zu den Wielandsteinen hinuntersteigt, befindet sich eine Informationstafel des Biosphärengebiets Schwäbische Alb zur Geschichte der Oberlenninger Albsteige. An dieser Stelle zweigt der Stichweg zum Hohgreutfels nach Süden aufsteigend ab (Beschilderung des Schwäbischen Albvereins). Der Stichweg ist ca. 150 Meter lang.

Der Felsen ist freistehend. Es besteht Rutschgefahr. Gute Schuhsohlen sind für eine Besteigung des Felsens unabdingbar. Zudem ist Schwindelfreiheit erforderlich. Für eine Besteigung des Felsens bei Schneelage, wie auf den nachfolgenden Bildern, sind äußerste Vorsicht, gutes Schuhwerk, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unabdingbar.    
     
Das Lenninger Tal mit der Burg Teck ist eine der Top-Regionen der Schwäbischen Alb. Hier gibt es eine Übersicht über das Lenninger Tal mit der Burg Teck. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit diesem Gebiet befassen, verlinkt.
Der Hohgreutfels bei Lenningen ist der Kante des Albtraufs um wenige Meter vorgelagert.
Blick vom Gipfel des Hohgreutfelsens hinab am Hang des Albtraufs: Unterhalb des Hauptgipfels des Hohgreutfelsens befinden sich weitere Felsen.
Traumblick vom Hohgreutfels in Richtung Nordwesten auf die Wielandsteine im Mittelgrund und auf das Lenninger Lautertal dahinter: Am Horizont erstreckt sich eine deutlich sichtbare Luftmassengrenze in einer Höhe von ca. 500 m ü NN. Unterhalb dieser Luftmassengrenze war es zwar auch sonnig, jedoch dunstig und nicht ganz so warm. Oberhalb der Luftmassengrenze war es an diesem Wintertag im Februar 2015 mild und es herrschte eine großartige Fernsicht.
Blick vom Hohgreutfels in Richtung Westnordwesten auf das Lenninger Lautertal: Hinter dem Tal erstreckt sich die sogenannte Erkenbrechtsweiler Berghalbinsel. Dieser Teil der Albhochfläche ist in Folge von Verwerfungen tiefergelegen als die östlich und westlich angrenzenden Teile der Albhochfläche. Geologisch nennt man dies einen Grabenbruch. Der Grabenbruch der Erkenbrechtsweiler Berghalbinsel ist die südliche Fortsetzung des ungleich bekannteren Fildergrabens bei Stuttgart.
Blick vom Hohgreutfels in Richtung Westen auf das Lenninger Lautertal mit einem Teil der Ortschaft Oberlenningen rechts im Bild: Am Horizont erstreckt sich die Albhochfläche westlich des Ermstals bei Bad Urach. Deutlich ist zu sehen, dass auch dieser Teil der Albhochfläche höher liegt als die davorliegende Albhochfläche der Erkenbrechtsweiler Berghalbinsel.
Blick vom Hohgreutfels in Richtung Süden auf das hintere Lenninger Lautertal

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