Samstag, 15. Januar 2011

Aussicht vom Zollerberg bei Hechingen


Der Zollerberg bei Hechingen mit der neugotischen Burg Hohenzollern gehört sicher zu den bekanntesten Ansichten der Schwäbischen Alb.

Dazu trägt zunächst einmal der Berg selbst bei. Der Zollerberg hat eine fast perfekte Kegelform. Der Berg ist dem Albtrauf vorgelagert. Diesen Bergtyp nennt man Zeugenberg. Denn der Zollerberg bezeugt gewissermaßen, dass vor Millionen von Jahren die Hochfläche der Schwäbischen Alb noch viel weiter nach Nordwesten gereicht hat. Damals war der Zollerberg in dieser Form noch gar nicht vorhanden. Er war Bestandteil der Albhochfläche. 

Man könnte noch fragen, warum gerade an der Stelle des Zollerbergs ein Zeugenberg erhalten geblieben ist, während dies an vielen anderen Stellen des Albtraufs nicht der Fall ist. Der Grund im Falle des Zollerbergs ist eine geologische Verwerfung, der sogenannte Zollerngraben. Im Bereich dieses Grabens sind die Gesteinsschichten gegenüber der Umgebung um ca. 100 Meter abgesackt. Dies führte dazu, dass die Erosions- und Abtragungskräfte im Bereich des Zollerngrabens nicht so aggresiv angreifen konnten wie in der Umgebung. Dadurch hat sich der Kegel des Zollerbergs erhalten können.

Der Zollerberg ist auf allen Seiten bewaldet. Nur im untersten Bereich gibt es teilweise Wiesen und Äcker. Am untersten Westhang des Zollerbergs befindet sich das Naturschutzgebiet Zollerhalde, das auch als FFH-Gebiet im Rahmen des europäischen Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000 ausgewiesen ist. Der gesamte Zollerberg mit Umgebung ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Zudem ist der Zollerberg ein EU-Vogelschutzgebiet. 


Mit dem Auto erreicht man die Burg Hohenzollern über die B27. Bei der ersten Ausfahrt südlich von Hechingen (Beschilderung) verlässt man die B27 und gelangt auf einer schmalen Straße an den Fuß des Zollerbergs. Etwas erhöht befindet sich ein gebührenpflichtiger Großparkplatz (Anfang 2011 zwei Euro pro Pkw). Vom Großparkplatz fährt ein Shuttlebus, für den weitere Gebühren fällig werden, hinauf zur Burg. Man kann vom Großparkplatz auch entlang der Straße oder auf einem steileren Fußweg zur Burg hinaufsteigen. 

Mit der Bahn fährt man bis zum Bahnhof von Hechingen. Der Zollerberg liegt ca. 4 Kilometer Luftlinie südlich des Bahnhofs. Vor allem an den Wochenenden gibt es einen nicht gerade häufigen Busverkehr vom Bahnhof zum Zollerberg (Fahrplan im Internet ermitteln). Ansonsten könnte man die Strecke auch zu Fuß zurücklegen. Beim Bahnhof befinden sich Übersichtstafeln zu den Wanderwegen. 
Der Zollerberg bei Hechingen, gesehen aus Richtung Nordwesten
Über eine sich mehrfach im Kreis nach oben schraubende Rampe und mehrere Tore (hier: Adlertor) erreicht man die Bastei, einen idelaen Schauplatz, der um die Burg herumführt.  
Blick vom Zollerberg in Richtung Südwesten: links hinten ist der Plettenberg mit seinem Funkturm. Der Plettenberg ist einer der zwölf Tausender der Schwäbischen Alb.
Blick von der Bastei der Burg Hohenzollern in Richtung Südsüdosten auf den nächstgelegenen Albtrauf: hinten ist der Raichberg mit seinem Sendeturm, davor ist die (gerade schneebedeckte) Wiese am Zellerhorn zu erkennen. 
Auf der rings um die Burg Hohenzollern führenden Bastei sind Statuen der preußischen Könige und Kaiser aufgestellt.
Blick vom Zollerberg in Richtung Nordwesten: am Horizont erhebt sich der schneebedeckte Schwarzwald.
Blick vom Zollerberg in Richtung Nordosten: unten im Tal ist der Hechinger Ortsteil Boll, hinten erhebt sich der Dreifürstenstein, ein markanter Berg des Albtraufs.
Blick vom Zollerberg in Richtung Norden: unten liegt Hechingen, die bewaldeten Höhen hinter Hechingen gehören zum Rammert, der ein Teil der Keuperstufe des südwestdeutschen Schichtstufenlands ist. Ebenfalls ein Teil der Keuperstufe ist der Schönbuch, der sich in der rechten Bildhälfte ganz hinten erhebt. Zwischen Rammert und Schönbuch ist das Neckartal.
Blick von der Bastei der Burg Hohenzollern in Richtung Ostsüdosten: hier tieft sich das von der Starzel durchflossene Killertal in die Albtafel ein.
Blick von der Burg Hohenzollern in Richtung Südosten: etwas rechts und oberhalb der Bildmitte erkennt man im Schnee die Wallfahrtskirche Maria Zell bei Hechingen-Boll.

       

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