Dienstag, 8. Juli 2014

Geotop "Heldenfinger Kliff" bei Gerstetten-Heldenfingen

Das Heldenfinger Kliff gehört zu den bedeutendsten Geotopen der Schwäbischen Alb. 

Im Tertiär, als sich die Schwäbische Alb durch den Druck der afrikanischen auf die eurasische Kontinentalplatte bereits emporgehoben hat, erstreckte sich vom südlichen Rand der Schwäbischen Alb bis zu den Alpen über viele Jahrmillionen hinweg ein Meer, das Molassemeer

Die Küstenlinie dieses Meeres verlief von Südwesten bis Nordosten quer über die Schwäbische Alb hinweg. Die Landschaft nördlich dieser Küstenlinie bezeichnet man als Kuppenalb, südlich der ehemaligen Küstenlinie ist heute die Flächenalb. 

Am Ostrand des zu Gerstetten gehörenden Orts Heldenfingen auf der Ostalb kann man die ehemalige, ca. 20 Mio Jahre alte Küstenlinie an einer Stelle besonders gut sehen. Dort ist an einer Böschung ein fossiles Kliff, ein Brandungskliff aufgeschlossen. Das Kliff stammt aus der Zeit des Miozän und konkreter der Oberen Meeresmolasse. Im Kliff aus Weißjurakalken kann man sehr gut eine Brandungskehle des ehemaligen Molassemeeres sehen. Hier haben Bohrmuscheln runde Löcher in den Weißjurakalk gebohrt.


Wie kommt man hin?
Heldenfingen erreicht man zum Beispiel von Gerstetten aus über die L 1165 und L 1164 oder von der Autobahn A7 aus über die Anschlussstelle Niederstotzingen.

Von Gerstetten kommend biegt man von der L 1164 in Richtung Heldenfingen nach links ab und fährt im Verlauf der Max-Eyth-Straße, der Molkereistraße und der Raiffeisenstraße (im Ort sieht man Wegweiser zum Kliff). Am Ende der Raiffeisenstraße befindet sich auf der nordwestlichen Seite das Kliff. Hier gibt es Parkmöglichkeiten. 

Beim Heldenfinger Kliff
Am Fuß des Kliffs befinden sich mehrere Informationstafeln mit umfangreichen Informationen zur Geologie sowie zur Umgebung. Über Treppen kann man zur Kante des Kliffs hinaufsteigen. Oben trifft man auf einen Lehrpfad, der verschiedene Gesteine der Schwäbischen Alb zeigt.   

Das Heldenfinger Kliff befindet sich an einem Massenkalkfelsen des höheren Oberjura.
Ehemalige Brandungskehle beim Heldenfinger Kliff
Die ehemalige Brandungskehle ist von Löchern durchzogen, die von Bohrmuscheln stammen.
Der Bereich der Bohrmuschellöcher ist an dem Massenkalkfelsen nach oben und unten eng begrenzt.
Brandungskehle mit Bohrmuschellöchern oben im Bild und glatter Massenkalkfels unten im Bild

1 Kommentar:

  1. Hocherfreut über so viel Neues (für mich) über die Schwäbischen Alb, danke ich für saubere Recherche und guten Aufbau dieses Blogs. Grüß´le aus dem Schönbuch!

    AntwortenLöschen