Sonntag, 8. November 2009

Herbst im Naturschutzgebiet Greuthau


191,65 Hektar ist das Naturschutzgebiet Greuthau groß. Hier wird eine Schwäbische Alb geschützt, wie sie vor hundert Jahren noch Standard war: eine parkartige Landschaft mit Magerwiesen, Wacholderheiden und Wäldern. Der Greuthau ist das zweitgrößte Naturschutzgebiet im Landkreis Reutlingen.

Schon im Namen Greuthau kommt diese mosaikartige Landschaft zum Ausdruck. Die Silbe Greut bezieht sich auf das Roden von Waldstücken mit dem Ziel, die Flächen für die Viehweide oder den Ackerbau zu nutzen. Dieser Wortstamm kommt tausendfach als Flurname vor (Reute, Neugereut usw.). Die Silbe Hau bezeichnet ein Waldstück. Auch dieser Wortstamm findet sich oft in Flurnamen von Wäldern.

Auffallend viele Solitärbäume befinden sich im Schutzgebiet. Diese Bäume wie überhaupt die ganze Gegend erinnern ein wenig an die Landschaft, wie sie in Modelleisenbahnanlagen oft zu sehen ist. Und tatsächlich: wie der Greuthau ein Stück heile Welt der Schwäbischen Alb ist, wird auch bei Modelleisenbahnen oft versucht, ein Stück heile Welt nachzubilden - heile Welt im dem Sinne, wie die Kulturlandschaft in Deutschland im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ausgesehen hat.

Das Naturschutzgebiet Greuthau befindet sich auf der Hochfläche der Mittleren Alb in der Gemeinde Lichtenstein. Mit dem Auto fährt man von Reutlingen kommend auf der B 312 nach Süden bis auf die Hochfläche der Schwäbischen Alb. Auf der Hochfläche biegt man bei der ersten Kreisverkehrsanlage nach rechts ab in Richtung Sonnenbühl. Nun befindet man sich bereits im Naturschutzgebiet. Nach einiger Zeit biegt nach rechts die Stichstraße zum Schloss Lichtenstein ab. Diese Abzweigung benutzt man nicht, sondern fährt ca. 150 Meter hinter der Abzweigung nach links auf den ausgeschilderten Parkplatz. Vom Parkplatz führt ein Fahrweg rechtwinklig zur Straße in das Naturschutzgebiet hinein.

Im Naturschutzgebiet hat man möglicherweise Orientierungsprobleme, sofern man nicht eine topographische Karte dabeihat. Denn es gibt leider keinerlei Informationen für die Besucher des Gebiets. Es gibt verschiedene Rundwandermöglichkeiten. Man folgt dem Fahrweg bis zum Ende des Naturschutzgebiets (durch Schild kenntlich gemacht). Dort biegt man nach links auf einen anderen Fahrweg ab. Diesen Fahrweg verlässt man jedoch nach ca. 150 Meter wieder nach halblinks und folgt nun einem Grasweg. Der Grasweg steigt langsam an und führt durch Wald und über Wiesen bis zum höchsten Punkt des Gebiets. Von dort kann man wieder nach links auf einen Grasweg abbiegen und auf mehreren Wegvarianten zum Ausgangspunkt zurückkehren.

Einen längeren Rundweg kann man gehen, wenn man vom höchsten Punkt dem jetzt immer deutlicher werdenden Weg halbrechts weiterfolgt. Später überquert man die Landstraße, auf der man möglicherweise von der Kreisverkehrsanlage her schon gefahren ist, auf einer Fußgängerbrücke. Dahinter hält man sich rechts und erreicht bald die Häusergruppe Traifelberg mit Skilift. Dort folgt man dem Schwäbische Alb-Nordrandweg (Markierung rotes Dreieck) und steigt langsam an. Später erreicht man wieder die schon bekannte Landstraße und folgt auf Wegen im Wald dem Straßenverlauf bis zum Parkplatz.

Mit dem Bus kann man von Reutlingen bis zur Haltestelle Lichtenstein Traifelberg fahren und von dort aus in das Naturschutzgebiet gehen.


Hier gibt es eine Übersicht über die Naturschutzgebiete im Landkreis Reutlingen. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit einzelnen Naturschutzgebieten im Landkreis Reutlingen beschäftigen, verlinkt. 
Feuer auf der Schwäbischen Alb: ein Laubbaum setzt Akzente zwischen Wacholderbüschen und Nadelbäumen.
 
Die Kombination von Bäumen und Farben im Naturschutzgebiet Greuthau ist parkartig.

Maulwürfe setzen Tupfer in die Wiesen.

Ein strukturierter Waldrand, wie er schöner nicht sein könnte.

Diese parkartigen Landschaften der Schwäbischen Alb könnten ohne die Schafbeweidung nicht fortbestehen.

Eine Einsenkung im Boden, der Ansatz zu einer Doline, ist typisch für die Schwäbische Alb und deren karstigen Untergrund.


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