Donnerstag, 17. September 2009

Naturschutzgebiet Schopflocher Moor auf der Albhochfläche bei Lenningen


Das Naturschutzgebiet Schopflocher Moor auf der Esslinger Alb ist etwas Besonderes. Es ist das erste Naturschutzgebiet im heutigen Landkreis Esslingen, es schützt das größte und wichtigste Moor der Schwäbischen Alb und es ist ein Beispiel dafür, wie mühsam und mit kleinen Schritten der Naturschutz oft vorankommt.

Auch die Eigentumsverhältnisse im Gebiet sind erwähnenswert. Das Naturschutzgebiet kam nur dadurch zustande, dass Naturschützer und der Schwäbische Albverein Parzelle um Parzelle aufkauften, um danach die moorschädliche Nutzung des jeweiligen Grundstücks zu beenden. Im Jahr 1983 wurde schließlich die Torfmoor-Schopfloch-Stiftung gegründet. Ihr Stiftungszweck ist der weitere Aufkauf von Land zur Erhaltung und Vergrößerung des Naturschutzgebiets.

Nach langer Vorbereitungszeit und vielfältigen Kontroversen wurde im Jahr 1942 das Naturschutzgebiet Schopflocher Moor mit einer Größe von 43,13 Hektar verordnet. Erst im Jahr 1983 wurden das Naturschutzgebiet mit einer neuen Verordnung auf 50,4 Hektar vergrößert und die Schutzbestimmungen verbessert. Im Jahr 2007 ging es dann einen weiteren Schritt voran mit einer neuen Naturschutzverordnung. Die Fläche des Naturschutzgebiets wurde auf 76,5 Hektar vergrößert und der Gebietsschutz wurde weiter verbessert.

Auch zukünftig sollte der Landkauf im und um das Gebiet weitergehen. Ein perfekter Gebietsschutz wäre erst dann erreicht, wenn das gesamte Wassereinzugsgebiet rund um das Moor als Naturschutzgebiet aufgewiesen ist.

Das Schopflocher Moor befindet sich auf der mittleren Kuppenalb im Bereich der Schopflocher Berghalbinsel zwischen dem Lenninger Lautertal im Westen und dem Lindachtal im Osten. Ungefähr auf halbem Weg zwischen den Ortschaften Ochsenwang im Norden und Schopfloch im Süden zweigt die Zufahrtstraße zum Otto-Hofmeister-Haus von der K 1250 ab. Beim Otto-Hofmeister-Haus befinden sich viele Parkplätze. Von den Parkplätzen aus erreicht man nach wenigen Minuten den Bohlenweg durch das Moor. Es sind mehrere Rundwege möglich.

Das Schopflocher Moor ist ein Teil des Schwäbischen Vulkans. Hier gibt es eine Übersicht über den Schwäbischen Vulkan. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit einzelnen Vorkommen des Schwäbischen Vulkans befassen, verlinkt.

Die Esslinger Alb um Randecker Maar und Schopflocher Moor ist eine der Top-Regionen der Schwäbischen Alb. Hier gibt es eine Übersicht über die Esslinger Alb. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit dieser Region befassen, verlinkt.
Artenreiche Magerwiesen vor dem Moorwäldchen im Hintergrund: das Naturschutzgebiet Schopflocher Moor umfasst verschiedene Biotope.

Am Rand des Naturschutzgebiets Schopflocher Moor befinden sich auffallend viele Dolinen (Erdfälle). Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Juragestein am Rand des Moors vor ca. 17 Mio Jahren beim Durchschlag einer Vulkanröhre zertrümmert worden ist.
Seit dem Jahr 1979 führt ein Bohlenweg aus halbierten Eisenbahnschwellen durch das Naturschutzgebiet Schopflocher Moor. Vor diesem Datum sind die Besucher überall im Moor unterwegs gewesen und haben dabei die Vegetation zum Teil zerstört.
Der dichte Moorwald im Kernbereich des Naturschutzgebiets Schopflocher Moor kann sich unbeeinflusst vom Menschen entwickeln.
Die Vegetation in diesem feuchten Gebiet im Naturschutzgebiet Schopflocher Moor unterscheidet sich markant von der Vegetation der Umgebung.

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