Freitag, 17. September 2010

Irndorfer Hardt - eine alte Holzwiese


Das Naturschutzgebiet Irndorfer Hardt auf dem Großen Heuberg westlich von Schwenningen und zwischen Bäratal und Oberem Donautal ist auf der Schwäbischen Alb einmalig. Das 104 Hektar große Schutzgebiet wurde bereits im Jahr 1938 ausgewiesen. Bereits vorher hat sich die Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg Flächen auf der Irndorfer Hardt gesichert.

Die namensgebende Ortschaft Irndorf hieß bis 1972 noch Irrendorf. In den Unterlagen der Naturschutzverwaltung Baden-Württemberg hat sich dieser frühere Ortsname bis heute bei der Bezeichnung des Naturschutzgebiets erhalten.

Im Naturschutzgebiet wird eine ehemalige Holzwiese geschützt. Das Naturschutzgebiet ist somit auch ein kulturhistorisches Dokument. Das Gebiet macht heute den Eindruck eines englischen Landschaftsparks mit vielen alten Bäumen, die als Solitäre über die weiten Wiesenflächen verteilt sind.  Im südlichen Teil des Gebiets finden sich verschiedene Dolinen.



Früher wurde hier Waldweide betrieben. Später wurden die Wiesen mit zunehmender Stallhaltung in Mähwiesen umgewandelt, viele Bäume blieben stehen, daher der Begriff Holzwiesen. Heute müssen die Wiesen von benachbarten Landwirten im Vertragsnaturschutz gemäht werden, wobei das Mähen teilweise nur alle paar Jahre stattfindet.

Im Gebiet herrscht eine wunderbare Ruhe und Weltenferne, nur die Geräusche der Verkehrsflugzeuge sind immer wieder zu hören.


Die Irndorfer Hardt ist sehr weit vom Großraum Stuttgart entfernt. Das spürt man deutlich. Die Zahl der Besucher ist gering, man muss sich den Weg zum Naturschutzgebiet erst einmal suchen.

Der schnellste Zugang mit dem Auto ist von Norden her, von der Verbindungsstraße zwischen Nusplingen im Bäratal und Schwenningen auf der Hochfläche des Heubergs aus. Zwischen beiden Orten kommt man an den Harthöfen vorbei, einer Ansammlung von Bauernhöfen.

Bei den Harthöfen zweigt man von der Straße nach Süden auf einen asphaltierten Weg ab. Der genaue Abzweigungspunkt ist bei der Bushaltestelle Harthöfe Cafeweg (keine Ausschilderung). Man folgt dem asphaltierten Weg, bis er beim Schutzgebiet endet. Dort ist ein Wanderparkplatz ca. 100 Meter links im Wald ausgeschildert. Die Nord-Süd-Durchquerung des Naturschutzgebiets ist ca. 1,2 Kilometer lang.  

Eingang in die Irndorfer Hardt von Norden her
Malerische Wiesen mit Solitärbäumen im Stil eines englischen Landschaftsparks prägen die Irndorfer Hardt.
Von Ende Juni bis September blühen zahlreiche Pflanzen in der Irndorfer Hardt.
Die Blütenpflanzen ziehen zahlreiche Insekten an.
Nur einmal im Jahr werden die Wiesen im Vertragsnaturschutz gemäht.
Im südlichen Teil der Irndorfer Hardt finden sich verkarstete Landschaftsteile.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.