Donnerstag, 5. Februar 2015

Schanzen des Spanischen Erbfolgekriegs bei Sonnenbühl-Willmandingen

Der Streit um die Spanische Erbfolge führte in den Jahren 1701 - 1713 zu vielfachen kriegerischen Auseinandersetzungen in Europa. Spuren dieser Auseinandersetzungen sind heute noch auf der Schwäbischen Alb zu sehen. 

So kann man nördlich von Sonnenbühl-Willmandingen auf der Albhochfläche im Landkreis Reutlingen eine Schanze aus dem Spanischen Erbfolgekrieg im Gelände deutlich erkennen. 

Eine Informationstafel vor Ort gibt Auskunft über die historischen Hintergründe der Schanze. Es handelt sich demnach um eine historische Verteidigungslinie aus dem Jahr 1703. Der Verteidigungswall ist zum Großteil überwachsen. Der Graben ist deutlich erkennbar. Erbauer der Schanze war der württembergische Herzog Eberhard Ludwig. Das Herzogtum Württemberg war im Spanischen Erbfolgekrieg ein Verbündeter Österreichs - wie fast alle deutschen Fürsten mit Ausnahme von Bayern. Bayern hielt zu Frankreich.


Im Jahr 1703 bildeten die Franzosen und die Bayern ein Heer von ca. 55.000 Mann bei Tuttlingen. Herzog Eberhard Ludwig ließ auf der Albhochfläche verschiedene Schanzen bauen, mit denen verhindert werden sollte, dass die Franzosen zusammen mit den Bayern ins württembergische Unterland, das württembergische Kernland, vordringen. Am 13.08.1704 wurde das französisch/bayerische Heer jedoch bei Hochstädt an der Donau von den Reichstruppen sowie von holländischen und englischen Truppen entscheidend geschlagen. Die Verteidigungslinie nördlich von Willmandingen wurde wohl nicht benutzt.

Wie kommt man hin?
In Sonnenbühl-Willmandingen biegt man bei der Kirche von der Durchgangsstraße (K 6731) in Richtung Norden auf die Bolbergstraße ab (Wegweiser: Wanderparkplatz Bolberg). Am Ende der Bolbergstraße biegt man nach rechts auf die Degentalstraße ab. Bald darauf biegt man nach links ab. Das Sträßchen führt aufwärts auf eine Bergkuppe. Dort befindet sich der Wanderparkplatz Bolberg. 

Vom Wanderparkplatz folgt man dem Feldweg in Richtung Nordnordwesten. Im Blick voraus am Waldrand befinden sich die Schanzen des Spanischen Erbfolgekriegs. Bevor der Feldweg in den Wald hineinführt, sieht man rechts oben eine Informationstafel. Über die Wiese steigt man dort hinauf. Die Schanze erstreckt sich von der Infotafel in Richtung Osten.

Die Entfernung vom Wanderparkplatz Bolberg bis zur Infotafel ist ca. 900 Meter. Von der Infotafel kann man der Schanze ca. 500 Meter lang folgen.       

Siehe auch:
Der Bolberg - ein Aussichtspunkt am Albtrauf bei Sonnenbühl im Post vom 05.01.2015 in diesem Blog

Blick in Richtung Norden auf der Hochfläche nördlich von Sonnenbühl-Willmandingen: Am Waldrand erstreckt sich die Schanze aus dem Spanischen Erbfolgekrieg.
Infotafel bei der Schanze aus dem Spanischen Erbfolgekrieg nördlich von Sonnenbühl-Willmandingen
Der Graben der Schanze nördlich von Sonnenbühl-Willmandingen ist deutlich sichtbar.
Der Wall der Schanze nördlich von Sonnenbühl-Willmandingen ist von Wald überwachsen.
Blick vom Waldrand nördlich von Sonnenbühl-Willmandingen bei der Schanze aus dem Spanischen Erbfolgekrieg in Richtung Süden über die Kuppenalb hinweg, an klaren Tagen bis zu den Alpen

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