Samstag, 5. September 2009

Naturschutzgebiet Randecker Maar mit Zipfelbachschlucht


Das Naturschutzgebiet Randecker Maar mit Zipfelbachschlucht wurde in den Jahren 1971 und 1982 verordnet. Es hat eine Größe von 110 Hektar und befindet sich in einer Höhenlage von 800 bis 850 Meter am Nordrand der Schwäbischen Alb, dem Albtrauf. 

Das Gebiet befindet sich im Landkreis Esslingen. Die nächstgelegenen Orte sind Ochsenwang auf der Albhochfläche und Hepsisau am Fuß der Zipfelbachschlucht im Neidlinger Tal.

Das Randecker Maar ist eines der bekanntesten Vorkommen des Schwäbischen Vulkans. Das Phänomen des Schwäbischen Vulkans umfasst über 300 Durchschlagsröhren. Vor über 20 Millionen Jahren während des Zeitalters des Obermiozäns gab es im Bereich der Mittleren Alb vulkanische Vorgänge. Flüssige Lava wurde jedoch nicht bis zur Oberfläche befördert. Es wurde lediglich durch den Gasdruck die Erdoberfläche im Bereich der jeweiligen Durchschlagsröhren weggesprengt. Die in die Luft geschleuderten Juragesteine fielen teilweise wieder in die Röhren zurück. Im Randecker Maar kann man einzelne Felsbrocken heute sehen.

Das Randecker Maar ist mit einem Durchmesser von 1,2 Kilometern die größte Durchschlagsröhre des Schwäbischen Vulkanfelds. Das in der Durchschlagsröhre anstehende Gestein aus Vulkantuff mit einzelnen Jurafelsen ist etwas weicher als das umgebende Juragestein. Deshalb bildete sich im Bereich des Randecker Maars eine Senke, die über viele Jahre hinweg von einem See gefüllt war. Erst als durch rückschreitende Erosion sich der Zipfelbach immer weiter in Richtung Randecker Maar vorschob, entleerte sich der See.

Das Randecker Maar ist auch als Geotop ausgewiesen. Das Gebiet ist sogar so bedeutsam, dass es von der Akademie für Geowissenschaften zu Hannover als einer von 77 Nationalen Geotopen Deutschlands ausgezeichnet worden ist. Insgesamt gibt es auf der Schwäbischen Alb sieben Nationale Geotope.

Das Randecker Maar ist von zahlreichen Parkplätzen in der Umgebung zu erreichen, unter anderem am Rand von Ochsenwang, bei der Torfgrube (Otto-Hofmeister-Haus) und entlang der Straße zwischen Ochsenwang und Torfgrube. Man kann auch bei Hepsisau parken und von unten her durch die Zipfelbachschlucht das Gebiet erreichen. Mit dem Linienbus kann man nach Hepsisau fahren, jedoch nur sehr eingeschränkt nach Ochsenwang.

Ziele ganz in der Nähe:
Burgruine Hahnenkamm bei Bissingen an der Teck im Post vom 07.11.2014 in diesem Blog
Schopflocher Moor ist Geotop des Monats im Post vom 01.07.2013
Naturschutzgebiet Schopflocher Moor im Winter im Post vom 17.01.2012 
Naturschutzzentrum Schopflocher Alb umgebaut und erweitert im Post vom 03.09.2011
Kernzone Mörikefels im Biosphärengebiet Schwäbische Alb im Post vom 11.08.2010

Das Randecker Maar ist ein Nationaler Geotop Deutschlands. Hier gibt es eine Übersicht über die Nationalen Geotope der Schwäbischen Alb. Von dort sind die Artikel in diesem Blog verlinkt, die sich mit einzelnen dieser Geotope befassen.

Das Randecker Maar ist ein Teil des Schwäbischen Vulkans. Hier gibt es eine Übersicht über den Schwäbischen Vulkan. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit einzelnen Vorkommen des Schwäbischen Vulkans befassen, verlinkt.

Die Kernzone Mörikefels des Biosphärengebiet Schwäbische Alb ist Bestandteil des Naturschutzgebiets Randecker Maar mit Zipfelbachschlucht. Hier gibt es eine Übersicht über die Kernzone Mörikefels. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit dieser Kernzone befassen, verlinkt.   

Das Randecker Maar ist ein markanter, zweidrittelkreisförmiger Trichter am Albtrauf bei Ochsenwand. Es ist die größte Durchschlagsröhre des Schwäbischen Vulkans.

Vom Rand des Randecker Maars blickt man auf das Albvorland mit den Dreikaiserbergen im Hintergrund.

Der Zipfelbach entwässert das Randecker Maar (im Hintergrund).
Diese Felsbrocken aus Juragestein wurden beim Vulkanausbruch emporgeschleudt. Sie befinden sich heute inmitten des Vulkantuffs im Randecker Maar.

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