Freitag, 16. Oktober 2009

Die Gütersteiner Wasserfälle bei Bad Urach


Die Gütersteiner Wasserfälle befinden sich wie auch der viel bekanntere Uracher Wasserfall in einem Seitental des Ermstals bei Bad Urach. 

Die Fallhöhe der Gütersteiner Wasserfälle ist 60 Meter, die schräge Länge der von den Wasserfällen aufgebauten Kalksinterterrassen ist 125 Meter. Die Gütersteiner Wasserfälle befinden sich innerhalb des Naturschutzgebiets Rutschen.

Wie auch der Uracher Wasserfall sind die Gütersteiner Wasserfälle sogenannte konstruktive Wasserfälle. Das extrem kalkhaltige Quellwasser scheidet, nachdem es an die Oberfläche gelangt ist und bergab fließt, sofort Kalk aus. Moose und Algen helfen bei diesem Vorgang, der letztendlich zur Bildung von neuen Felsen, dem sogenannten Kalksinter führt. Dadurch bauen sich die Wasserfälle immer weiter auf.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Die Tausender der Schwäbischen Alb

Sechs Mittelgebirge in Deutschland überragen die Höhenmarke von 1000 Meter über dem Meer. Darunter befindet sich auch die Schwäbische Alb. Jedoch ist es bei der Schwäbischen Alb ganz knapp: der Lemberg, der höchste Berg der Schwäbischen Alb, erreicht gerade einmal 1015 m ü NN.

Insgesamt gibt es auf der Schwäbischen Alb zwölf Erhebungen über 1000 m ü NN, die einen Namen haben und die in den amtlichen Karten mit einer Höhenangabe verzeichnet sind. Diese Erhebungen nennt man auch die Tausender der Schwäbischen Alb. Alle diese Berge befinden sich auf der Südwestalb. Dies ist durch den Bau der südwestdeutschen Schichtstufenlandschaft begründet.

Die zwölf Tausender der Schwäbischen Alb, geordnet nach der Höhe ü NN:

Lemberg, 1.015 m
Oberhohenberg, 1.011 m
Hochberg, 1.009 m
Wandbühl, 1.007 m
Rainen, 1.006 m
Montschenloch, 1.004 m
Bol, 1.002 m
Hochwald, 1.002 m
Plettenberg, 1.002 m
Hummelsberg, 1.002 m
Kehlen, 1.001 m
Schafberg, 1.000 m

Montag, 12. Oktober 2009

Das Goldloch - eine Quelle der Lenninger Lauter



Das Goldloch ist eine von mehreren Quellen der Lenninger Lauter. 

Das Tal der Lenninger Lauter schneidet tief in den Nordrand der Hochfläche der Schwäbischen Alb ein. Südlich von Lenningen-Oberlenningen entsteht die Lenninger Lauter durch den Zusammenfluss von Schwarzer und Weißer Lauter. Beide Zuflüsse werden durch zahlreiche, teilweise hochinteressante Quellen gespeist. Die interesssanteste dieser Quellen ist das Goldloch.

Das Goldloch befindet sich im Schlattstaller Tal, das südlich von Oberlenningen nach Westen vom Haupttal abzweigt. Das Goldloch ist eine typische Karstquelle mit den damit verbundenen starken Schwankungen des Wasserspiegels. Bei sehr trockener Witterung kann das Wasser aus dem Goldloch sogar ganz versiegen. Dann entspringt die Quelle ca. 150 Meter unterhalb des Goldlochs. Bei regenreicher Witterung, wie sie auch zum Zeitpunkt der Aufnahmen geherrscht hat, strömt das Wasser mit großem Getöse aus dem Goldloch, hierfür verwendet man auf der Schwäbischen Alb den Begriff "Bröller" (von brüllen). Das Goldloch reicht dann als Ausguss des Karstwassers nicht einmal aus. Neben dem Goldloch quillt das Wasser überall förmlich aus dem Boden hervor.

Freitag, 9. Oktober 2009

Das Kesselfinkenloch - eine Höhlenruine bei Grabenstetten


Das Kesselfinkenloch gehört zu den zahlreichen Felsbildungen der Schwäbischen Alb. Es handelt sich um eine Höhlenruine im Bereich des Unteren Felsenkalks.

Dies ist ein sogenannter Massenkalk. Er wurde nicht durch Ablagerung von Kalkschichten im Meer gebildet. Vielmehr ist dies ein ehemaliges Korallenriff.

Das Kesselfinkenloch befindet sich im Tal der Lenninger Lauter an der Oberkante des Albtraufs. Das Felsloch hat einen Grundriss von 10 mal 15 Metern und eine Tiefe von 10 Metern. Unmittelbar an der Kante des Albtraufs ist die Höhlendecke nicht eingestürzt. Dort bliebt ein Teil der Höhlendecke erhalten. Sie bildet heute eine natürliche Felsbrücke.

Am schnellsten erreicht man das Kesselfinkenloch von der Straße Unterlenningen - Erkenbrechtsweiler aus. Unmittelbar südlich des Erkenbrechtsweiler Stadtteils Hochwang befindet sich am Albtrauf ein Parkplatz. Von dort ist das Kesselfinkenloch mit 0,5 Kilometer Entfernung ausgeschildert. Man folgt einem steindurchsetzten Erdweg. Das Kesselfinkenloch ist vor Ort mit einem Schild des Schwäbischen Albvereins bezeichnet. Man sollte nicht zu schnell rennen, denn sonst besteht die Gefahr, dass man an diesem Geotop und Naturdenkmal einfach vorbeigeht.

Weitere Informationen
Höhlen im Lenninger Tal im Post vom 11.11.2021
 
Felsen im Lenninger Tal im Post vom 18.01.2023 


Montag, 5. Oktober 2009

Die Haldenstein-Höhle bei Lonsee-Urspring



Die Haldenstein-Höhle  bei Lonsee-Urspring ist zwar nicht besonders groß, jedoch geschichtlich sehr bedeutsam - und das gleich in zweierlei Hinsicht, nämlich erdgeschichtlich und frühhistorisch.

In erdgeschichtlicher Hinsicht ist die Höhle ein Zeugnis der früheren Flussgeschichte der Schwäbischen Alb. Vor Millionen von Jahren lag der Wasserspiegel noch wesentlich höher als heute. Aus der Haldenstein-Höhle floss damals eine Quelle der Lone, also des Flusses, der heute 30 Höhenmeter tiefer im Lonetopf entspringt. Und frühhistorisch ist die Höhle bedeutsam, weil man dort wichtige Funde aus der Zeit des Neandertaler gemacht hat. Diese Funde zeigen, dass der Neandertaler bereits auf einer vergleichsweise hohen zivilisatorischen Stufe stand.

Freitag, 2. Oktober 2009

UZVR (unzerschnittene verkehrsarme Räume) auf der Schwäbischen Alb

UZVR ist die Abkürzung für "unzerschnittene verkehrsarme Räume". Hierunter versteht man Gebiete mit einer Größe von mindestens 100 km², die nicht durch bestimmte Verkehrswege oder durch Siedlungen zerschnitten sind. Eine zerschneidende Wirkung haben gemäß der zugrundeliegenden Definition:

  • Straßen mit einer Verkehrsstärke von mehr als 1000 Kfz/Tag
  • elektrifizierte Eisenbahnstrecken oder nicht elekrifizierte zweigleisige Eisenbahnstrecken
  • Flughäfen
  • Siedlungen
In Baden-Württemberg gibt es heute nur noch 20 Räume, in denen die genannten Kriterien eingehalten sind. Allein 12 dieser Räume befinden sich im Schwarzwald. Nur zwei UZVR befinden sich auf der Schwäbischen Alb, wobei hier sogar die Mindestgröße von 100 km² jeweils knapp unterschritten wird.

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Der Lonetopf - ein Quelltopf in Lonsee-Urspring



Der Lonetopf ist einer der zahlreichen Quelltöpfe der Schwäbischen Alb. Diese Quelltöpfe befinden sich in der Mehrzahl südlich des Albtraufs auf der Albhochfläche oder am südlichen Fuß der Alb. 

Das Regenwasser versickert auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb nahezu flächendeckend im karstigen Untergrund. Es kommt dort wieder zum Vorschein, wo die karstigen Schichten von einer wasserundurchlässigen, mergeligen Schicht abgelöst werden. In Quelltöpfen wird das druckhafte Grundwasser an die Oberfläche gedrückt.

Der Lonetopf befindet sich an der Grenze zwischen der Mittleren Alb und der Ostalb im Ort Lonsee-Urspring in einer Höhenlage von 562 m ü NN. Der Durchmesser des Quelltopfs ist 10 Meter, die Tiefe 6 Meter. Das an die Oberfläche drückende Wasser ist makellos sauber und klar. Die Quelle schüttet mit durchschnittlich 220 m /s und mit maximal 1840 m/s.

Montag, 28. September 2009

Aussicht vom Turm auf der Achalm bei Reutlingen



Die Achalm (707 Meter ü NN) ist der Hausberg der lebendigen und wirtschaftsstarken Großstadt Reutlingen. Der nahezu kegelförmige Berg ist kein Vulkan, sondern ein sogenannter Zeugenberg. Er ist ein Überbleibsel aus einer Zeit, als die Hochfläche der Schwäbischen Alb noch viel weiter nach Nordwesten reichte.

Von der früheren Burg Achalm sieht man nicht mehr besonders viel. Am besten erhalten ist der ehemalige Bergfried. Im Jahr 1932 wurde der Turm mit Wänden und romantisierenden spitzbogigen Fenstern aufgestockt und als Aussichtsturm hergerichtet. Von der Spitze des Turms bietet sich eine Aussicht auf den stark gegliederten Albtrauf von Osten bis Westen, auf das Ermstal mit Reutlingen und Pfullingen sowie auf den Schönbuch und die Filder im Norden. Bei klarer Sicht erkennt man im Nordwesten die Schwarzwaldhöhen.

Samstag, 26. September 2009

Der Konradfels im Lenninger Tal



Den Konradfelsen sollte man in der vegetationslosen Jahreszeit aufsuchen. Dann macht der Fels mehr Eindruck und wird nicht - wie ich das im Frühherbst vorgefunden habe - von Bäumen und Büschen weitgehend bedeckt. 

Dabei hat der Mensch auch am Konradfelsen ein bisschen in den natürlichen Ablauf der Dinge eingegriffen und die Vegetation um den Felsen herum zurückgeschnitten.

Das Fällen der Bäume am Fuße der Felsen wird auf der Schwäbischen Alb an vielen Stellen praktiziert. Damit will man der lichtliebenden Felsenflora bessere Lebensbedingungen verschaffen. Denn die Felsen der Schwäbischen Alb sind überwiegend nicht so hoch, dass sie über die Baumkronen hinausragen würden. Wenn man also an vielen Stellen der Schwäbischen Alb die weißen Oberjurafelsen aus dem Grün herausragen sieht, hat vielfach der Mensch nachgeholfen. Diesen Vorgang will ich in diesem Post nicht weiter bewerten. Wie fast alles ist dieser menschliche Eingriff in die Natur mit Vor- und Nachteilen verbunden.

Donnerstag, 24. September 2009

Geopark Schwäbische Alb

Seit dem Jahr 2002 darf sich die Schwäbische Alb "Nationaler GeoPark" nennen. Diese Auszeichnung wird Gebieten verliehen, die sich durch einen außergewöhnlichen Reichtum an Zeugnissen der Erdgeschichte auszeichnen.

Das Label wird jeweils für die Dauer von vier Jahren verliehen und muss dann - nach einer Überprüfung durch die Unesco - erneuert werden. Bei einer Überprüfung im Sommer 2007 wurden verschiedene Mängel festgestellt. Dies führte dazu, dass die Auszeichnung Nationaler Geopark nur für zwei weitere Jahre verliehen wurde. Damit verbunden waren einige Auflagen. So wurde bemängelt, dass der GeoPark Schwäbische Alb keine ausreichende Eigenständigkeit und Identität aufwies. Auch die Sichtbarkeit des GeoParks für die Besucher der Schwäbischen Alb ließ zu wünschen übrig.